Johann Joseph Görres

Publizist, Politiker und Gelehrter in der Zeit der Romantik.

Vielseitiger, ideenreicher, streitbarer und temperamentvoller universeller Geist; vitaler Prosaist mit feuriger Sprachgewalt, starker Bildungskraft und außerordentlicher Breitenwirkung.

Als Gelehrter besonders Mythologe und romantischer Entdecker, Herausgeber der deutschen Literatur des Mittelalters. Im Alter unter starkem Einfluss der katholischen Mystik und einseitiger Vorkämpfer des Katholizismus.

(Wilpert, Lexikon der Weltliteratur I)

Johann Joseph Görres
Johann Joseph Görres

Lebenslauf von Johann Joseph Görres

1776 Geboren in Coblenz am 25. Januar im Haus zum Riesen, Rheinstraße, als Sohn eines Holzhändlers und einer Italienerin
1786 Eintritt in das kurfürstliche Gymnasium (ehem. Jesuiten-Kolleg), Mitschüler Brentanos
1792 Fühlungnahme mit den Mainzer Clubisten
1793 Schulabschluss (nach zweijährigem naturphilosophischem Kursus) mit der Absicht in Göttingen Medizin zu studieren
1797 Beteiligt an Proklamation der ”Cisrhenanischen Republik“, Sekretär des Coblenzer Clubs, Ende des Jahres Auflösung des Clubs und Gründung der ”Patriotischen Gesellschaft“
1799 Verhaftung durch den kommandierenden General Leval am 12. Oktober, Bevollmächtigung an den Bürger Görres zur Leitung der Coblenzer Deputation nach Paris am 1. November
1801 Heirat mit Katharina von Lassaulx – Professor an der Secondärschule in Coblenz (bis 1806)
1806 Dozent in Heidelberg ”venia legendi“ (Naturphilosophie, Altdeutsche Literatur), engster Kontakt mit den ”Romantikern“
1808 Rückkehr nach Coblenz, wieder Professor an der Secondärschule
1814 Generaldirektor des öffentlichen Unterrichts in den Provinzen des linken Rheinufers (bis 1816)
1815 Treffen von Goethe, Stein und Görres
1816 Amtsenthebung als Direktor des öffentlichen Unterrichts am Mittelrhein, Aufenthalt in Heidelberg
1817 Wieder in Coblenz – Sammelaktion für die hungernde Bevölkerung von Hunsrück und Eifel
1819 Flucht nach Straßburg vor preußischem Haftbefehl
1820 Reise in die Schweiz
1821 Wieder in Straßburg
1826 Berufung als Professor für Geschichte an die Universität München durch Ludwig I. Sein Haus wird Sammelpunkt der kath. Spätromantik
1831 Dr. phil. honoris causa
1839 Johann Joseph Görres wird geadelt
1846 Solidarisch mit den Studenten gegen Ludwig I. und Lola Montez (Anlass der bayer. Revolution 1848)
1848 Gestorben in München am 29. Januar